Negar Tahsili

 

Die Dokumentarfilmemacherin Negar Tahsili wurde in Teheran (Iran) geboren, wuchs dort auf und lebt noch immer da. Ihr besonderes Interesse gilt dem Film, der Malerei und dem Bereich des Industriedesigns. Die Regisseurin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit stereotypen Perspektiven über den Iran, Geschlechterfragen zwischen Tradition und Moderne und der Verortung des Individuums in der Gesellschaft. 

Im Zuge ihres Fellowships an der Akademie arbeitet sie an einem neuen Drehbuch, das sich mit den Themen Identität, Kreativität und Kunst im Exil beschäftigt. Bereits vor einem Jahr besuchte sie Köln, um unter dem Arbeitstitel „Rose and Nightingale“ die Vorarbeiten ihres neuesten Projektes beim Film-Festival der Heinrich-Böll-Stiftung vorzustellen. Das Anfang 2014 fertig gestellte Projekt trägt den Namen „Private P.art“, eine Arbeit zu Körper und Geschlecht in der iranischen Gegenwartskunst. 

Ihr Video „Of one essence...“ (2005), das die Dämonisierung islamischer Staaten nach dem 11. September behandelt, wurde weltweit im Rahmen verschiedener Ausstellungen gezeigt. 2005 begann Negar Tahsili, Dokumentarfilme in Zusammenarbeit mit schwedischen und schweizer Produktionsfirmen zu produzieren. Die Doku-Fiction „Shahrzad never tells the story“ (2006), erzählt von drei im Iran lebenden Transsexuellen, der Dokumentarfilm „Wee-man or Women“ (2008), der auf dem arabisch-iranischen Filmfestival in Berlin gezeigt wurde, untersucht den Umgang mit Gefahren, denen Frauen auf Teherans Straßen begegnen. 

Negar Tahsili kuratiert Ausstellungen über iranische Videokunst; ihre Sammlung „Teheran 2008“ wurde in der Türkei, Mazedonien und den USA gezeigt. Für Fernsehsender im Ausland drehte Negar Tahsili in den vergangenen zwei Jahren zudem Kurzfilme über zeitgenössische Künstler im Iran.  

Negar Tahsili wird bis zum Sommer 2014 neuer Fellow der Akademie der Künste der Welt sein.

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