Ekaterina Degot

Kunsthistorikerin,
Kunstpublizistin, Kuratorin

Geboren 1958 in Moskau. 

Degots Arbeit setzt sich auf kritische Weise mit ästhetischen und soziopolitischen Aspekten der Kunst in Russland und Osteuropa, besonders der post-sowjetischen Ära, auseinander. Sie war leitende Kuratorin in der Staatlichen Tretjakow-Galerie, arbeitete als Kunstjournalistin für die Tageszeitung Kommersant und war von 2008 bis 2012 Herausgeberin von www.openspace.ru/art, einem Online-Magazin für Nachrichten aus der Kunstwelt, Kunstkritik und Kulturanalysen. Für die Kunstmagazine Artforum, Frieze und e-flux schreibt sie regelmäßig Beiträge. 

 

Sie kuratierte unter anderem den Russischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2001 und u.a. die Ausstellungen Body Memory: Unterkleider der Sowjetära (gemeinsam mit Julia Demidenko; Stadtgeschichtliches Museum St. Petersburg 2000, Stadtmuseum Helsinki, Volkskundemuseum Wien, u.a.); Berlin-Moskau / Moskau-Berlin 1950-2000 (mit Jürgen Harten u.a., Martin-Gropius-Bau Berlin und Geschichtsmuseum Moskau, 2003-04), sowie Europäisches Atelier (Zentrales Haus der Künstler, Moskau 2009), Sowjetischer Idealismus (Musée de l’art wallon, Liège 2005) und If. Ukrainische Kunst im Wandel (PERMM Kunsthalle, Perm 2010).

Gemeinsam mit Cosmin Costinas und David Riff kuratierte sie die Erste Ural Industrial Biennale in Jekaterinenburg mit dem Titel Schockarbeiter der Mobilen Bilder (2010). Mit Joanna Mytkovska und David Riff präsentierte sie 2011 das Auditorium Moskau, eine Selbstbildungsinitiative, Treffpunkt für Diskussionen und internationale Ausstellung zugleich. 2012 entwickelte sie die Diskussionsplattform der ersten Kiew Biennale für Gegenwartskunst Arsenale mit dem Titel Kunst nach dem Ende der Welt, außerdem Time/Food in der Moskauer Kunststiftung Stella zusammen mit Anton Vidokle und Julieta Aranda. 2013 kuratiert sie, in Zusammenarbeit mit David Riff, die erste Bergen Assembly unter dem Titel Monday begins on Saturday/Der Montag fängt am Samstag an in Norwegen.

 

Degot verfasste mehrere Bücher, unter anderem Terroristic Naturalism (1998), Russian 20th-Century Art (2000) und Moscow Conceptualism (mit Vadim Zakharov, 2005) und ist Mitherausgeberin von Post-Post-Soviet? Art, Politics and Society in Russia at the Turn of the Decade (zusammen mit Ilya Budraitskis und Marta Dziewanska, 2013).

Sie hat an der Europäischen Universität St. Petersburg gelehrt, war Gastprofessorin an verschiedenen US-amerikanischen und europäischen Universitäten und hat zurzeit einen Lehrauftrag an der Alexander-Rodtschenko Schule für Fotografie und Neue Medien in Moskau. 

 

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