Liao Yiwu

Schriftsteller und Dichter

geboren 1958 in der Provinz Sichuan, China.

lebt im Exil in Berlin, seit 2012 als Gast des DAAD.  Liao Yiwu wuchs als Kind von Eltern „ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis“ in der großen Hungersnot der 60er Jahre auf und schlug sich jahrelang mit verschiedensten Tagelöhner-Jobs und als Dichter durch. 1989 verfasste er das vielbeachtete Gedicht „Massaker“ über die Ereignisse am Tian’anmen-Platz. Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis „Freiheit zum Schreiben“ ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien sein bei Kritik und Publikum euphorisch aufgenommenes Buch „Fräulein Hallo und der Bauerkaiser – Chinas Gesellschaft von unten“ auf Deutsch. Aufgrund seiner kritischen Haltung zur chinesischen Regierung sind Liaos Werke in der Volksrepublik verboten. Viele seiner Bücher sind in verschiedene Sprachen – einschließlich Englisch, Französisch, Deutsch und Japanisch – übersetzt worden.

Er erhielt Einladungen zur Frankfurter Buchmesse 2009 und zur Lit.Cologne 2010, die er wegen Ausreiseverboten nicht annehmen konnte. Yiwu wurde mit verschiedenen Literatur- und Menschenrechtspreisen ausgezeichnet, darunter: der Geschwister-Scholl Preis (2011) und im Mai 2012 die Ryszard Kapuscinski Auszeichnung  in Warschau. Er ist Träger des „Friedenspreises des deutschen Buchhandels“ 2012.

 

"Diese Menschen leben bis heute in Verzweiflung"; Interview mit Liao Yiwu über das Tiananmen-Massaker von 1989. Spiegel online, Juni 2014. 

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